Noten lernen

Das Ziel beim Notenlernen ist klar definiert. Um Stücke flüssig zu spielen, muß der Schüler die Noten ohne Zögern benennen und treffsicher seinem Instrument zuordnen können. Ebenso muß der Rhythmus schnell erfaßt und umgesetzt werden. Im Idealfall wird durch das geistigen Ohr ein Notenbild mit einem musikalischen Inhalt verbunden, noch ehe die Taste angeschlagen wird.

Zunächst bringe ich dem Schüler einige einfache Lieder nach Gehör bei. Das macht Spaß und entwickelt das musikalische Gedächtnis.

Wenn zu früh und ohne wirkliche Notenkenntnisse "nach Noten" gespielt wird, das heißt der Schüler versteht nicht was er auf dem Blatt steht, kommt es häufig zu einer Abneigung gegen die Noten. 
 
Deshalb lautet meine Grundregel: Der Schüler muß die Noten schon flüssig lesen können, bevor er das erste Stück nach Noten spielt. Dies klingt zunächst einmal ziemlich trocken und schulmeisterlich. Zudem scheint es in Widerspruch zur Überschrift "Spielend Noten lernen" zu stehen. Da mir aber das "Spielerische" und die Freude am Musizieren immer sehr wichtig waren,  mußte ich mir etwas einfallen lassen.

Das Ergebnis heißt: Noten-Quiz und es hat sich prächtig bewährt. Mit den ersten Spielvarianten wird das Prinzip der Tonleiter (Note auf der Linie, nächste Note zwischen den Linien usw.)  verständlich gemacht und auf spielerische Weise der Blick dafür geschult. Durch Notenlern-Übungen und weitere Spielvarianten werden Schritt für Schritt die Notennamen gelernt. Der Fortschritt wird unterstützt, wenn die Eltern zu Hause mit Ihren Kindern spielend üben.

Parallel dazu werden die Notenwerte gelernt. Schreib-, Klatsch- und Zähl-Übungen enthält der erste Band meiner Klavierschule. Ich halte es für äußerst wichtig, daß gerade der Anfänger die Gelegenheit erhält,  sich vollständig  auf eine Sache zu konzentrieren. Deshalb werden in meinem Unterricht Notennamen und Notenwerte zunächst getrennt eingeübt.

Nach ein paar Wochen reichen die Notenkenntnisse aus, um einfache Kinderlieder nach Noten zu spielen. Dafür benutze ich "Mein erstes Liederspielbuch" von Karin Wahlers. Ich halte es deshalb für sehr geeignet, weil es die meisten bekannten Kinderlieder (auch Weinachtslieder) beinhaltet und im Schwierigkeitsgrad nur sehr langsam ansteigt. Die Kinder haben sehr viel Freude damit, weil sie einfach spielen können, ohne jedes Lied ewig üben zu müssen. Die Noten sind groß und deshalb gerade für die Jüngsten gut zu lesen.

Nach und nach lernt der Schüler alle Noten im Violin und Baßschlüssel. Da Schnelligkeit beim Notenlesen eine wichtige Rolle spielt, messe ich den der Fortschritt mit der Stoppuhr. Wenn der Schüler einen  vollständigen Kartensatz, fehlerfrei innerhalb von 50 Sekunden benennen kann, hat er bestanden. Die Kinder lieben dieses Spiel auf Zeit und ich habe einen objektiven Maßstab wann der Schüler die Noten wirklich beherrscht.

Copyright © 1996 - 2006 Franz Titscher